Geschichte der Fkk-Bewegung
Glaubt man der Bibel, dann schuf Gott Adam und Eva nackt und so lebten sie auch im Paradies. Wörtlich heißt es: „Und sie waren nackt und sie schämten sich nicht.“ Die Vertreter Gottes auf Erden verbreiteten dann die Mär, dass Nacktheit und Sexualität in einem engen Zusammengang stehen. Da Sex als Befleckung, also schmutzig, angesehen wurde (Jesus wurde von einer unbefleckten Jungfrau geboren), wurde Nacktheit als Sünde verpönt.
Trotzdem
wurde bis ins 17. Jahrhundert, wenn überhaupt, nackt, aber nach
Geschlechtern getrennt, gebadet. Dann begann die große Prüderie. An den
Stränden Europas war baden nur noch komplett bekleidet einschließlich
Badehauben üblich und erlaubt. Sonne an den Körper zu lassen war absolut
unerwünscht. Gebräunte Haut wirkte ärmlich und wer wollte schon diesen
Eindruck erwecken.
Erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts lockerte sich diese Einstellung. Es entstand die Nacktkultur, die allerdings keine vollständige Nacktheit bedeutet, sondern immer noch eine leichte Bekleidung vorsah. Wer völlig nackt badete, badete „schwedisch“, denn bis in den gering bevölkerten Norden Europas war die Prüderiewelle nicht gekommen. Wohl auch aus mangelndem Einfluss der katholischen Kirche.
Nach 1920 bildeten sich dann die ersten FKK-Vereine, die auf ihren sichtgeschützten Geländen unbekleidet Sport trieben. Unter den Nationalsozialisten hatten es diese Vereine schwer zu überleben, dennoch schafften es einige.
Auch in der DDR wurden diese Vereine nicht geduldet. Aber gerade darum, wohl auch als Protest gegen die Gängelei, wurde das Nacktbaden an den Stränden der Ostsee und an den zahlreichen Seen außerordentlich beliebt.
Im
westlichen Deutschland gründeten bzw. rehabilitierten sich nach dem
Krieg zahlreiche Vereine, die sich 1949 im Verbund „Deutsche
Freikörperkultur“ (DFK) organisierten. Die meisten Vereine sind
inzwischen als gemeinnützige, Sport treibender Verein staatlich anerkannt.
Inzwischen ist das Nacktsein außerhalb von Vereingeländen zunehmend populär geworden. Sehr zum Leidwesen der organisierten Einrichtungen, denn dort droht eine erschreckende Überalterung. Wer heute nackt baden oder sich eine nahtlose Bräune zulegen will, hat dazu vielfältige Möglichkeiten.